Menschenrechte und verantwortungsvoller Rohstoffbezug

Von globalen Unternehmen wird in zunehmendem Maße erwartet, dass sie verantwortungsvolle Beschaffungspraktiken nicht nur in ihrer eigenen Organisation, sondern auch in ihren gesamten Lieferketten umsetzen und verbessern. Da viele der gravierendsten Menschenrechtsprobleme in den vorgelagerten Lieferketten auftreten und die Transparenz in der Lieferkette nach oben hin abnimmt, nehmen die Menschenrechtsrisiken und die allgemeinen Nachhaltigkeitsfragen aus der Perspektive eines OEMs entsprechend zu.

Menschenrechte

Volkswagen bekennt sich umfassend zu seiner unternehmerischen Menschenrechts-Verantwortung. Wir orientieren uns dabei maßgeblich an den UN Leitprinzipien für "Wirtschaft und Menschenrechte", die sich inhaltlich insbesondere auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sowie die ILO Kernarbeitsnormen beziehen.*

Detaillierte Informationen hierzu finden Sie unter

Viele der größten menschenrechtlichen Risiken liegen in der vorgelagerten Lieferkette. Diese Risiken minimieren wir durch verantwortungsvolle Beschaffungspraktiken und die Umsetzung von Prozessen menschenrechtlicher Sorgfalt. Dies bedeutet für uns, auch über Tier-1 hinaus aktiv zu werden und Nachhaltigkeit in der gesamten Lieferkette zu verbessern. Mit unseren Aktivitäten zum S-Rating sowie mit Lieferantenschulungen und -workshops leisten wir hierzu einen aktiven Beitrag. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Zusammenhang auf der Beschaffung von Rohstoffen.


* Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist kodifiziert im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Die UN Leitprinzipien für "Wirtschaft und Menschenrechte" stehen im Zusammenhang mit den einschlägigen OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. Relevant sind speziell auch die OECD-Leitsätze für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten.

Due Diligence Managementsystem für Menschenrechte im Rohstoffeinkauf

In den letzten Jahren hat der Volkswagen Konzern mit großem Engagement an seinen Rohstofflieferketten mit einem hohen Risiko potenzieller Menschenrechtsverletzungen gearbeitet, sich für mehr Transparenz eingesetzt und verantwortungsvolle Beschaffungspraktiken von Lieferanten und Unterlieferanten verbessert. Um unsere Ansätze, unser Engagement sowie Instrumente und Reaktionsmechanismen konzernweit zu systematisieren und zu standardisieren, haben wir ein Risikomanagementsystem zur Sorgfaltspflicht bei der Rohstoffbeschaffung (Raw Materials Human Rights Due Diligence Management System – RM HR DDMS) implementiert.

Dieses Managementsystem deckt strategische und risikoreiche Rohstofflieferketten ab und unterstützt die Identifizierung, Bewertung und Minimierung von Menschenrechtsrisiken in diesen Lieferketten. Dadurch gewährleistet das DDMS einen standardisierten und systematischen Ansatz, um potenzielle und tatsächliche negative Auswirkungen auf die Menschenrechte in unseren Lieferketten zu verringern, und um sicherzustellen, dass die Beschaffungspraktiken in diesen Lieferketten mit der international bewährten Praxis übereinstimmen.

Das Managementsystem integriert und verankert den OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln ( OECD Due Diligence Guidance for Responsible Business Conduct ) in unsere Strategie für verantwortungsvolle Beschaffung und berücksichtigt insbesondere den OECD/FAO-Leitfaden für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten sowie den OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten.

Das RM HR DDMS ermöglicht ein laufendes systematisches Risikomanagement, was notwendigerweise ein stärkeres Engagement mit unseren Lieferanten und Unterlieferanten nach sich zieht. Der Volkswagen Konzern ist sich bewusst, dass eine Reduzierung des Risikos für Menschenrechtsverletzungen, eine Prävention von negativen Auswirkungen und die Verbesserung der Nachhaltigkeit entlang der Lieferketten nur gemeinsam mit engagierten und involvierten Geschäftspartnern erreicht werden kann.

Das DDMS wird von markenübergreifenden Arbeitsgruppe (Raw Materials Human Rights Due Diligence Working Group) koordiniert und durch diese sowohl im Headquarter des Volkswagen Konzerns als auch auf Markenebene umgesetzt.

Erwartungen an die Lieferanten

Als (Unter-)Lieferant des Volkswagen Konzerns wird von Ihnen erwartet, dass Sie sich an die im Code of Conduct für Geschäftspartner festgelegten Anforderungen halten und weitere teilespezifische Anforderungen, wie im Falle der Batteriezellenproduktion die Verwendung von verantwortungsvoll beschafften Rohstoffen, erfüllen. Die Anforderungen basieren auf internationalen sowie Industriestandards, gesetzlichen Regulierungen und den Nachhaltigkeitszielen des Volkswagen Konzerns.

Eine Zusammenfassung der Erwartungen an (Unter-)Lieferanten lautet wie folgt:

  • Die Erwartungen und Ziele des Volkswagen Konzerns anzuerkennen und zu verstehen
  • Die Anfragen des Volkswagen Konzerns und seinen Gesellschaften transparent zu beantworten
  • Bei Problemen, die in Ihren Unternehmen und/oder Ihrer Lieferkette festgestellt wurden, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen
  • Ein System zur Sorgfaltspflicht (auf Basis der oben genannten OECD Leitlinien) für die Prüfung der Einhaltung von Menschenrechten einzuführen, welches Ihren eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten entspricht
  • Konsequent und konsistent die Maßnahmen von good practices umzusetzen und gleichzeitig Ihre eigenen Maßnahmen offen zu legen
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Umgang mit Konfliktmineralien (3TG)

Zusätzlich zu den o.g. Anforderungen wird erwartet, dass Lieferanten, deren Produkte oder Komponenten Gold, Zinn, Tantal oder Wolfram (3TG – sog. Konfliktmineralien) enthalten:

  • ihre unternehmensweite Berichtsvorlage für Konfliktmineralien, das CMRT (Conflict Minerals Reporting Template), auf jährlicher Basis bis spätestens 1. März für das vorangegangene Berichtsjahr zur Verfügung stellen. Die CMRTs sollten auf der Plattform von NQC ( supplierassurance.com ) hochgeladen und dort mit dem Volkswagen Konzern geteilt werden.
  • die Richtigkeit und Genauigkeit des CMRTs für alle 3TG-haltigen Produkte, die an die Volkswagen-Gruppe geliefert werden, gewährleisten.
  • sicherstellen, dass 3TG-haltige Materialien ausschließlich von Raffinerien bezogen werden, die den Anforderungen des Responsible Minerals Assurance Process (RMAP) gemäß der Responsible Minerals Initiative (RMI) entsprechen.
  • an branchenweiten Programmen, wie der Responsible Minerals Initiative, teilnehmen.
  • nicht zertifizierte 3TG-Raffineure dabei unterstützen, eine OECD konforme Zertifizierung erfolgreich zu durchlaufen, oder bei nicht-kooperativem Verhalten aus der Lieferkette entfernen.

Informationen zum Ausfüllen eines CMRT finden Sie hier:

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema verantwortungsvoller Rohstoffbeschaffung finden Sie hier: