Die Logistik des Volkswagen Konzerns hat ihre Prozesse neu am Markt ausgerichtet. Grund dafür sind die konzernweit eingeführte Gleichteilestrategie über verschiedene Plattformen hinweg und die daraus resultierende stärkere Verflechtung der Produktionsstandorte.
Die logistischen Abläufe im Volkswagen Konzern sind nunmehr entlang der gesamten Prozesskette nach standardisierten Prozess-Strukturen ausgerichtet. Die Prozesse verlaufen dank der ausgeprägt vernetzten Informations- und Kommunikationstechnik wesentlich zuverlässiger. Und durch das Internetbasierte Kapazitätsmanagement ist die Nähe zum Markt wesentlich größer.
Forward und Global Sourcing
Die Logistik ist in das Forward Sourcing, den weltweiten Beschaffungsprozess für Neuteile, und das Global Sourcing, den weltweiten Beschaffungsprozess für Serienteile integriert.
Sobald wir uns mit einer Anfrage an Sie wenden, erbitten wir auch Daten zur Logistik. Diese sind nach einem Logistik Standardkonzept aufgebaut und umfassen Lieferfrequenz, Lieferkonditionen und Behältertechnik sowie Informationen zum elektronischen Datenaustausch (EDI) und der Verpackung.
Diese Daten sind für jedes Empfängerwerk erforderlich, da sich unterschiedliche Transportkosten ergeben. Abgefragt werden i.d.R. der A-Preis (Preis ab Lieferant) sowie der B-Preis (Preis frei Abnehmer).
Auf der B2B Lieferantenplattform können Logistikdaten aus Forward- und Global Sourcing Anfragen, papierlos über die Anwendung "Online Anfragen (ESL)" übermittelt werden. Das reduziert sowohl die Bearbeitungs- als auch die Durchlaufzeit und minimiert die Fehlerrate.
Vorserien Logistikprozess (Readiness)
Der Vorserien-Logistikprozess bereitet den Einsatz von Neuanläufen (Fahrzeuge) sowie Produktmaßnahmen (Modellpflege, Gesetzesanforderungen) vor. Ziel ist eine transparente Teileverfolgung und -verfügbarkeit, hohe Termintreue und damit eine noch höhere Kundenzufriedenheit. Der Prozess läuft parallel zur Produktentwicklung und Vorbereitung der Fertigung ab. Er stellt den reibungslosen Logistikablauf für die Serie sicher. Dazu gehört auch das Prüfen und Aufbereiten der Logistiksysteme.
Von besonderer Bedeutung ist der Program Readiness Prozess. Damit wird sichergestellt, dass die bemusterten Neuteile pünktlich zur Produktions-Versuchsserie (PVS), zur Nullserie und zum Start of Production (SOP) abrufbereit sind. Grundlage dafür ist eine Feinterminplanung, die gleich nach der Einkaufsentscheidung mit den Lieferanten erarbeitet wird. Sie beinhaltet verbindliche Termine für die Musteranlieferung und Verfügbarkeit der Teile.
Im Falle von Problemteilen arbeiten wir eng mit Ihnen zusammen, um gemeinsam das Problem zu analysieren und zu lösen. Wenn erforderlich, entsenden wir ein Expertenteam, um die gesicherte Teilversorgung hinsichtlich Verfügbarkeit und Termintreue zu gewährleisten.
Bei jeder Teileänderung muss die Feinterminplanung mit dem Lieferanten überarbeitet werden um Engpässe zu vermeiden. Der Kapazitäts-Check erfolgt im Rahmen der Abnahme der 2-Tages Produktion.
Ziel des Dispositions-Prozesses ist die kontinuierliche und kostenoptimierte Materialversorgung der Werke. Er wird durchgehend nach dem Kunden-Lieferantenprinzip vollzogen - alle Schnittstellen sind durch Verträge oder Logistikprofile bestimmt.
Darin übernimmt die Disposition folgende Funktionen:
- Auftragsannahme und -verfolgung
- Bedarfsermittlung
- Fertigungsbeauftragung/ Lieferabrufbildung
- Versandabwicklung und Fakturierung
Intern bedeutet das einen intensiven Austausch mit dem Bedarfs-Kapazitätsmanagement beziehungsweise mit der Produktions-Programmplanung. Extern wird die Zusammenarbeit mit den Lieferanten optimiert.
Darunter fällt mehr als die Auftrags- und Abrufabwicklung. Kernaufgaben der Disposition sind vor allem die Erkennung und Klärung von Lieferengpässen und Materialüberhängen sowie eine verbesserte Liefertreue und Qualität unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Basis dafür bilden die Kommunikation und Kooperation mit unseren Lieferanten.
Detailgespräche mit Lieferanten und Spediteuren ermöglichen zum Beispiel kontrollierte Vorlaufkosten.
Stichwort Verpackung: Je Lieferant werden möglichst eine Behältervariante und Mengenvorgabe abgestimmt sowie definierte Pack- und Ladeprogramme erstellt.